Latein-Schüler erkunden Römer-Grabsteine

Die Latein-Gruppe im Landesmuseum Trier.

Die Latein-Gruppe im Landesmuseum Trier.

„Dis Manibus“ heißt soviel wie „für die Totengötter“ und steht auf vielen römischen Grabsteinen. Dies und mehr fanden die Lateiner der 10. Klasse während der Unterrichtsreihe „Erstbegegnung mit römischen Grabinschriften“ heraus. Währenddessen besuchten sie mit ihrer Lehrer Frau Wagener auch die Ausstellung „römische Grabinschriften“ im Landesmuseum Trier.

Was die Schüler während der Unterrichtsreihe gelernt haben, berichten sie selbst.

Zu Beginn verglichen wir einen typisch römischen Grabstein mit einem modernen. Dabei zeigten sich diverse Unterschiede, sowohl in Form, Inschrift, Bedeutung wie auch in der Größe und Darstellung. Jedoch wohl einer der größten und bedeutensten Unterschiede ist, dass zu Römerzeiten ein Grabstein wie eine Art Denkmal war und zeigen sollte, was die Person in ihrem Leben geleistet und wie sie gelebt hat.

Dies galt natürlich nur für diejenigen, die sich einen solchen Grabstein leisten konnten. Wohingegen heutzutage ein Grabstein vielmehr ein Ort zum Trauern sein soll und an dem man sich an die Verstorbenen erinnern kann. Dementsprechend sind auch die Grabsteine heutzutage bedeutend kleiner und dezenter gehalten im Vergleich zu römischen.

In den ersten Stunden erarbeiteten wir zunächst, wie und wo die Grabsteine früher aufgestellt wurden. Zu damaliger Zeit stellte man die Gräber nämlich nicht unbedingt auf Friedhöfen auf, sondern an den Straßenrändern außerhalb der Stadtmauern, was im Lateinischen „extra murum“ hieß.

So auch beispielsweise in Trier. Von der Porta Nigra aus führte eine große Straße aus der Stadt heraus, an der die Gräber meistens aufgestellt wurden – damit alle, die nach Trier kamen, sehen konnten, welche ruhmreichen Taten Trierer vollbrachten. Die Gräber der ärmeren Bevölkerung waren meist zwischen die großen gequetscht.

Im Landesmuseum wurde der Kurs in mehrere Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhielt einen oder mehrere Grabsteine, je nach Größe des Grabsteins, um diese in den folgenden Stunden zu untersuchen und mehr über deren Geschichte zu erfahren.

Im Landesmuseum erforschten die Schüler die Geschichte hinter den Grabsteinen.

Im Landesmuseum erforschten die Schüler die Geschichte hinter den Grabsteinen.

Abhängig vom Grabstein ergaben sich unterschiedliche Aufgaben für die Gruppen: Manche Gruppen konnten sich beispielsweise eine Inschrift zu ihrem Grabstein überlegen, da diese über die Jahrtausende verloren gegangen war. Dies war und ist auch noch ein Problem, da die Gräber alle in unterschiedlichen Zuständen sind und dadurch manche Details nicht mehr genau zu erkennen waren.

Es ist davon auszugehen, dass die Grabsteine, so wie wir sie kennen, ihren Uhrsprung in den damaligen Grabsteinen haben. Auf manchen größeren Grabsteinen waren ganze Szenen aus dem privaten Leben abgebildet, wie beispielsweise die „Frisierszene“. Diese Szene zeigt deutlich, wie eine Frau von vielen Dienern die Haare gemacht bekommt. Eine solche Hochsteckfrisur war ein Zeichen der reichen Frauen und mit den Dienern sollte dieser Teil natürlich auch den Reichtum der Familie widerspiegeln.

Auf anderen Grabsteinen, meistens auf deren der ärmeren Bevölkerung, waren christliche Symbole wie das Christokram oder auch die Buchstaben Alpha und Omega abgebildet, welche für den Anfang und das Ende stehen. Diese Zeichen konnten deutlich auf die Verbundenheit des Verstorbenen mit der christlichen Kirche hinweisen.

So mussten die einzelnen Gruppen ihre Grabsteine untersuchen und einen Vortrag mit dazugehörigem Handout erarbeiten. Die Ergebnisse wurden am Ende der Unterrichtsreihe in der letzten Stunde vorgetragen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Unterrichtsreihe sehr interessant war, weil man gesehen hat, aus welchen früheren Grabsteinen sich unsere heutigen entwickelt haben könnten.

Zudem war es bedeutend interessanter, direkt im Landesmuseum an den Grabsteinen zu arbeiten anstatt sie sich nur auf einer Folie angucken zu können.